Nicht immer braucht man einen komplett neuen Inhaltstyp – oft reicht eine einzelne Eigenschaft, um eine Funktion zu ermöglichen, eine Darstellung zu steuern oder eine Schnittstelle zu bedienen. Ein Häkchen, das entscheidet, ob ein Artikel im Newsletter erscheint. Ein Textfeld, das einen alternativen SEO-Titel bereitstellt. Eine Checkbox, die eine Anzeigenkennzeichnung auslöst. Ein Lead-Type-Feld, das jede Anfrage automatisch dem richtigen Vertriebsmitarbeiter zuordnet.
Individuelle Merkmale (Custom Fields) erweitern bestehende Inhaltstypen um genau die Eigenschaften, die Ihre Website braucht – für die gezielte Steuerung der Ausgabe, für strukturierte Darstellungen wie Steckbriefe und Formulare, und als Schnittstelle zu externen Systemen wie Newsletter-Tools, CRM oder KI. Der Aufwand ist minimal, der Effekt groß: Ein einziges, gut platziertes Feld ersetzt oft dutzende manuelle Handgriffe pro Woche.
PERIMETRIK® implementiert Custom Fields mit Toolset Types oder Advanced Custom Fields (ACF) Pro – je nach Projektanforderung. Wenn Sie statt einzelner Eigenschaften komplett neue Inhaltstypen benötigen (z. B. eigene Post Types für Projekte, Reisen oder Mitglieder), empfehlen wir unser Angebot Individuelle Beitragstypen für WordPress.
Wofür werden individuelle Merkmale eingesetzt?
Custom Fields lösen ein breites Spektrum an Anforderungen – von der Frontend-Steuerung über Schnittstellen bis hin zur KI-gesteuerten Content-Erstellung. Hier die häufigsten Einsatzbereiche aus unserer Projektpraxis:
Frontend-Steuerung: Was wird wie angezeigt?
- Paid Content / Geschützter Content: Eine Checkbox „Geschützter Content” (per Default aktiv) steuert, ob ein Artikel vollständig oder nur als Teaser angezeigt wird. Ein WYSIWYG-Feld „Teaser” liefert den alternativen Kurztext für nicht-angemeldete Besucher – so entsteht ein Paid-Content-Modell ohne manuelles Layout-Switching (realisiert für ernaehrungs-umschau.de)
- Anzeigen-Kennzeichnung: Eine Checkbox „Kommerzielle Anzeige” blendet automatisch eine presserecht-konforme Werbekennzeichnung im Frontend ein – ohne manuelle Layout-Anpassung (ernaehrungs-umschau.de)
- Steckbriefe: Strukturierte Darstellungen mit Feldern wie Titel, Position, Kontaktdaten, Fachgebiet – automatisch auf Detailseiten ausgegeben
Schnittstellen und Export: Welche Inhalte fließen wohin?
- Newsletter-Steuerung: Eine Checkbox „Newsletter” steuert, welche Beiträge per RSS-Feed in automatisierte Newsletter-Kampagnen (z. B. über Maileon) exportiert werden. Redakteure entscheiden pro Beitrag, ob er im Newsletter erscheint (realisiert für EU, WLL, BÄKO-Magazin)
- CRM-Qualifizierung (Lead-Type): Ein Feld „Lead-Type” an allen Post Types und Taxonomien übergibt automatisch den thematischen Kontext ans Kontaktformular und von dort per API ans CRM. Leads werden thematisch vorqualifiziert – der Versicherungsexperte bekommt Versicherungsanfragen, der Rechtsschutz-Spezialist die Rechtsschutzfälle (realisiert für Rechtsschutzberater)
- Individuelle CTAs: Ein Feld „CTA-Frage” an Posts und Taxonomien passt den Call-to-Action-Text dynamisch an den Seiteninhalt an – jede Seite bekommt eine kontextrelevante Handlungsaufforderung (Rechtsschutzberater)
SEO und Content-Optimierung
- Alternative SEO-Titel: Ein Custom Field „Alternativer SEO-Titel” mit Fallback auf den Standard-Titel ermöglicht SEO-optimierte Titel unabhängig vom redaktionellen Titel – Rankings verbessern, ohne die Lesbarkeit im Content zu opfern (Albanien Reisen)
- KI-gesteuerte Synonyme: Textfelder für automatisch ermittelte Synonyme und vergleichbare Markennamen verbessern die Suchtrefferqualität. Kunden finden Eigenmarken-Produkte auch über Markennamen-Suche, ohne dass lizenzrechtlich problematische Markennamen im Frontend sichtbar sind (ZVG Troisdorf)
- KI-Prompt-Felder: Custom Fields steuern die automatische Content-Erstellung per KI-API: Quellfelder definieren den Input, Prompt-Felder erlauben redaktionelle Einflussnahme auf die KI-generierte Ausgabe (ZVG Troisdorf)
Paid Content, Newsletter und Anzeigen-Kennzeichnung: ernaehrungs-umschau.de
Für das Fachjournal ernaehrungs-umschau.de haben wir mehrere Custom Fields entwickelt, die zentrale Geschäftsfunktionen ermöglichen: Die Checkbox „Geschützter Content” mit einem WYSIWYG-Teaser-Feld steuert das Paid-Content-Modell – nicht-angemeldete Besucher sehen nur den Teaser mit CTA, Abonnenten den vollständigen Artikel. Die Checkbox „Newsletter” filtert, welche Beiträge per RSS-Feed in die Maileon-Newsletter-Kampagnen exportiert werden. Und die Checkbox „Kommerzielle Anzeige” am CPT Termine blendet bei kommerziellen Terminen automatisch eine presserecht-konforme Werbekennzeichnung ein.
KI-Steuerung und Automatisierung: Merkmale als Schnittstelle zur künstlichen Intelligenz
Ein wachsender Einsatzbereich individueller Merkmale ist die Steuerung von KI-Prozessen. Custom Fields werden hier zum Bindeglied zwischen Redaktion und Automatik: Sie geben der KI strukturierten Input und lassen der Redaktion gleichzeitig die Kontrolle über das Ergebnis.
- Bypass-Checkboxen: Eine Checkbox „Bypass AI Zuordnung von Themen” verhindert, dass manuell kuratierte Zuordnungen von der automatischen KI-Verschlagwortung überschrieben werden. Gibt der Redaktion Kontrolle über Ausnahmen (realisiert für PERIMETRIK® intern, in Vorbereitung für Hi-Stem)
- Content-Generierungsfelder: Bei ZVG Troisdorf steuern sechs Custom Fields die automatische Textgenerierung per ChatGPT-API: Quellfelder aus zwei Taxonomien liefern den Input, Prompt-Felder erlauben redaktionelle Einflussnahme – so entstehen automatisch SEO-Texte für Produktanwendungen, die redaktionell steuerbar bleiben
Der entscheidende Vorteil dieses Ansatzes: Die KI arbeitet nicht in einer Blackbox, sondern auf Basis klar definierter Felder. Quellfelder bestimmen, welche Informationen einfließen; Prompt-Felder legen Tonalität und Schwerpunkt fest; Bypass- und Status-Checkboxen entscheiden, ob ein automatisch erzeugter Text freigegeben oder überschrieben werden darf. So lässt sich KI-Content im großen Stil skalieren, ohne die redaktionelle Qualität aus der Hand zu geben – die Grundlage für die automatisierte Erstellung hunderter Meta-Posts und Landing Pages.
Strukturierte Dokumentation: Wiederholfelder und Formulare
Custom Fields ermöglichen auch komplexe Datenstrukturen, die über einfache Eingabefelder hinausgehen. Statt Informationen in Fließtext zu pflegen, entstehen wiederverwendbare, auswertbare Datensätze – die Basis für Steckbriefe, Fallakten und vorausgefüllte Formulare.
- Fallakten mit Wiederholfeldern: Für Solinet haben wir Merkmalsgruppen „Stammdaten” und „Verlaufsdokumentation” entwickelt – mit Wiederholfeld-Gruppen für fortlaufende Gesprächsnotizen. Per API wird die Fallakte automatisch vom Frontend-Meldeformular erzeugt, ohne dass für jeden Vorgang ein neuer Beitrag manuell angelegt werden muss.
- Steckbriefe und strukturierte Profile: Personen, Projekte oder Institutionen werden als kompakte Steckbriefe dargestellt – automatisch aus den Custom Fields generiert, ohne manuelles Layout
- Formular-Vorbefüllung: Custom Fields an Seiten und Taxonomien übergeben Kontextwerte an Formulare – der Besucher muss weniger eingeben, und die Anfrage kommt thematisch vorqualifiziert im CRM an
Toolset Types oder ACF Pro – die technische Umsetzung
Für die Umsetzung nutzt PERIMETRIK® bevorzugt Toolset Types, in bestimmten Projekten auch ACF Pro. Beide Systeme legen Felder, Feldgruppen und Bedingungen ohne Eingriff in Theme- oder Core-Dateien an und halten die Website damit update-sicher. Die Felder erscheinen direkt am jeweiligen Beitrag im Backend, die Ausgabe steuern wir über unser PCM Dynamic Content Modul. So bleibt die Pflege für Redakteure einfach, während im Hintergrund ein robustes, erweiterbares Datenmodell entsteht.
Wichtig für die redaktionelle Praxis sind dabei zwei Konzepte: Merkmalsgruppen bündeln zusammengehörige Felder (etwa „SEO-Titel”, „Stammdaten” oder „Verlaufsdokumentation”) zu übersichtlichen Einheiten im Backend. Bedingte Felder blenden Eingabemöglichkeiten nur dann ein, wenn sie relevant sind – das Teaser-Feld erscheint beispielsweise erst, wenn die Checkbox „Geschützter Content” gesetzt ist. So bleibt die Eingabemaske aufgeräumt, und Redakteure sehen genau die Felder, die ihr Inhaltstyp tatsächlich benötigt.
Wenn Ihre bestehenden Kategorien und Schlagworte reorganisiert werden müssen, empfehlen wir zunächst unsere Neustrukturierung von Kategorien und Taxonomien.
KI-gesteuerte Synonyme und Lead-Type-Qualifizierung: ZVG Troisdorf und Rechtsschutzberater
Für ZVG Troisdorf haben wir Custom Fields für automatisch ermittelte Synonyme und vergleichbare Markennamen implementiert – die KI ermittelt pro Produkt passende Suchbegriffe, die die Auffindbarkeit verbessern, ohne lizenzrechtlich geschützte Markennamen im Frontend anzuzeigen. Für den Rechtsschutzberater haben wir ein Feld „Lead-Type” an allen Post Types und Taxonomien implementiert, das den thematischen Kontext automatisch über das Kontaktformular ans CRM übergibt – Leads werden vorqualifiziert und direkt dem passenden Berater zugeordnet.
Für wen eignen sich individuelle Merkmale?
- Fachverlage mit Paid Content: Teaser-/Volltext-Steuerung, Newsletter-Export, Anzeigenkennzeichnung
- Unternehmen mit CRM-Anbindung: Lead-Type-Qualifizierung, dynamische CTAs, Formular-Vorbefüllung
- Online-Shops mit KI-Unterstützung: Synonyme, Markennamen, automatische Content-Generierung
- Beratungsunternehmen: Strukturierte Falldokumentation mit geschützten Wiederholfeldern
- Websites mit KI-Verschlagwortung: Bypass-Checkboxen für redaktionelle Kontrolle über automatisierte Prozesse
Allen Einsatzbereichen gemeinsam ist ein Prinzip: Eine kleine, gezielt gesetzte Eigenschaft entfaltet eine große Wirkung – weil sie eine Funktion auslöst, eine Schnittstelle bedient oder einen manuellen Arbeitsschritt überflüssig macht. Genau deshalb beginnt PERIMETRIK® jedes Projekt mit der Frage, welche einzelnen Merkmale den größten Hebel bieten, bevor über aufwändigere Strukturen nachgedacht wird.
Häufige Fragen zu individuellen Merkmalen
Was ist der Unterschied zwischen Custom Fields und Custom Post Types?
Custom Fields sind einzelne Eigenschaften (Checkboxen, Textfelder, Auswahlfelder), die bestehende Inhaltstypen erweitern. Custom Post Types sind komplett neue Inhaltstypen mit eigener Verwaltung, eigenen Archivseiten und eigenem Layout. Oft arbeiten beide zusammen – aber die Motivation ist unterschiedlich.
Können Redakteure Custom Fields selbst pflegen?
Ja – alle Custom Fields erscheinen direkt im WordPress-Backend am jeweiligen Beitrag. Checkboxen setzen, Textfelder ausfüllen, Dateien hochladen – alles im gewohnten Editor, ohne technische Kenntnisse.
Können Custom Fields auch in Formularen und Steckbriefen angezeigt werden?
Ja – über PCM Dynamic Content werden Custom-Field-Werte im Frontend als Steckbrief, in Tabellen, als Badges oder als Formular-Vorbefüllung dargestellt. Die Darstellung ist vollständig individuell konfigurierbar.
Lassen sich Custom Fields nachträglich an bestehende Inhalte anfügen?
Ja – Felder können jederzeit ergänzt werden, ohne bestehende Inhalte zu verlieren. Vorhandene Beiträge erhalten das neue Feld zunächst leer; es kann anschließend redaktionell befüllt oder per Skript bzw. KI-API automatisiert vorbelegt werden.
Beeinflussen viele Custom Fields die Performance?
Bei sauberer Umsetzung nicht spürbar. Wir achten auf effiziente Abfragen und geben Feldwerte gezielt dort aus, wo sie gebraucht werden. Felder, die ausschließlich der Steuerung oder dem Export dienen, werden im Frontend gar nicht gerendert.
Wie kommen die Felddaten ins CRM oder in den Newsletter?
Über definierte Schnittstellen: Newsletter-relevante Beiträge werden anhand einer Checkbox in einen gefilterten RSS-Feed geschrieben, den das Newsletter-Tool ausliest. Für das CRM übergibt das Kontaktformular die Werte qualifizierender Felder (z. B. Lead-Type) per API. Welche Felder übertragen werden, legen wir projektspezifisch fest – es fließen nur die Daten, die der Zielprozess wirklich benötigt.
Können Custom Fields mehrsprachig gepflegt werden?
Ja – in Verbindung mit einer Mehrsprachigkeitslösung wie WPML lassen sich Feldwerte pro Sprache übersetzen oder, wo sinnvoll, sprachübergreifend gemeinsam nutzen (etwa Datumswerte oder Statusangaben). So bleibt das Datenmodell konsistent, ohne dass Inhalte doppelt gepflegt werden müssen.
Was passiert mit den Feldern bei einem Theme- oder Divi-Update?
Nichts – weil wir Felder über Toolset oder ACF außerhalb von Theme- und Core-Dateien anlegen, bleiben sie von Updates unberührt. Auch ein Wechsel des Designs oder eine Divi-Migration lässt die Daten unangetastet; angepasst wird lediglich die Ausgabe.
Nutzen Sie Toolset oder ACF Pro?
Beides – PERIMETRIK® arbeitet bevorzugt mit Toolset Types, setzt aber in bestimmten Projekten auch Advanced Custom Fields (ACF) Pro ein. Technisch macht dies keinen wesentlichen Unterschied für den Kunden – beide Systeme ermöglichen die gleiche Funktionalität.




















