Für kleinere Websites mit überschaubarem Modul-Einsatz kann der Wechsel unkompliziert sein. Bei gewachsenen Kundenprojekten mit Child Theme, individuellem CSS, WooCommerce, Theme Builder, Divi Library, Drittmodulen oder historischen Sonderlösungen sollte der Umstieg dagegen wie ein technisches Change-Projekt geplant werden. Genau hier entscheidet die Qualität der Vorbereitung darüber, ob aus einem Update ein sauberer Generationswechsel wird oder eine aufwendige Fehlersuche.
In diesem Artikel zeigen wir, wie ein professioneller Umstieg von Divi 4 auf Divi 5 ablaufen sollte, welche Risiken typischerweise auftreten, wann ein sofortiger Wechsel sinnvoll ist und wann es besser ist, vorerst noch bei Divi 4 zu bleiben.
Einordnung: Was ist bei Divi 5 eigentlich neu?
Divi 5 ist nicht bloß ein optisches oder funktionales Update, sondern eine tiefgreifende technische Neuaufstellung von Divi. Elegant Themes beschreibt Divi 5 als neue Architektur mit eigenem Migrationssystem. Nach dem Update läuft eine Website zunächst zwar auf Divi 5, bestehende Divi-4-Inhalte sind aber nicht automatisch vollständig in das neue Format überführt. Stattdessen können alte Inhalte vorübergehend im sogenannten Backward-Compatibility-Modus weiterlaufen.
Dieser Modus ist hilfreich, weil er Bestandsseiten zunächst weiter funktionsfähig hält. Er ist aber nicht das eigentliche Ziel. Solange Inhalte noch im Kompatibilitätsmodus laufen, profitieren sie nicht vollständig von den neuen Divi-5-Strukturen und in Teilen auch nicht von den vorgesehenen Vorteilen bei Bedienung und Performance. Elegant Themes empfiehlt deshalb ausdrücklich, die eigentliche Migration mit dem Divi-5-Migrator durchzuführen und die Website nicht dauerhaft in einem hybriden Zustand zu belassen.
Quelle: https://www.elegantthemes.com/blog/theme-releases/divi-5-official
Der technische Kern: blockbasiert statt Shortcodes
Der wichtigste Unterschied liegt unter der Oberfläche. Divi 4 speichert Inhalte als Shortcodes; Divi 5 wurde von Grund auf neu gebaut und sichert Inhalte in einem blockbasierten WordPress-Format – konzeptionell näher am Block-Editor (Gutenberg). Das verbessert die Kompatibilität mit dem WordPress-Ökosystem, macht die Daten zukunftssicherer und ist zugleich der Grund, warum eine Migration sorgfältig geprüft werden sollte: Was auf Shortcode-Logik oder eigenem Code aufsetzt, muss in der neuen Struktur funktionieren.
Neuer Tech-Stack, neue API, mehr Tempo
Divi 5 verabschiedet sich von einem Jahrzehnt technischer Altlast. Ein neuer Unterbau, eine moderne Entwickler-API für eigene Module und Integrationen sowie ein „Dynamic Framework” mit nachgeladenem JavaScript und automatisch erzeugtem Critical CSS sorgen für spürbar bessere Ladezeiten und Core Web Vitals. Für individuell entwickelte Lösungen – unsere Kernkompetenz – ist die neue API ein echter Gewinn.
Neues Design-System und Loop Builder
Dazu kommen ein klassenbasiertes Preset-System und globale Variablen (Farben, Maße, Bilder) für konsistente, zentral steuerbare Designs, ein visueller Loop Builder mit Query Builder und ACF-Anbindung für dynamische Listen sowie Divi AI für Layouts, Texte, Bilder und Code. Wer Divi bisher nur als Baukasten kannte, bekommt mit Divi 5 eine ausgewachsene Design- und Entwicklungsplattform.
Warum der Umstieg mehr ist als ein normales Update
Viele Betreiber sind aus der WordPress-Welt gewohnt, Themes und PlugIns regelmäßig zu aktualisieren. Beim Wechsel von Divi 4 auf Divi 5 greift diese Denkweise allerdings zu kurz. Der Kernunterschied liegt darin, dass Divi 5 bestehende Inhalte analysiert und konvertiert. Genau deshalb gibt es einen dedizierten Kompatibilitäts-Scan, einen Migrationsschritt und Hinweise auf nicht kompatible Module.
Quelle: https://help.elegantthemes.com/en/articles/12767407-how-to-safely-migrate-from-divi-4-to-divi-5
Besonders relevant ist das bei Websites, die über Jahre gewachsen sind. In solchen Projekten finden sich häufig:
- individuell gestaltete Theme-Builder-Templates
- globale Presets und Divi-Library-Layouts
- WooCommerce-Templates
- Child-Theme-Anpassungen
- individuelles CSS und JavaScript
- Third-Party-Divi-Module
- Sonderlösungen mit ACF, CPTs oder Shortcodes
Technisch betrachtet ist der Umstieg daher eher mit einer kontrollierten Migration als mit einem klassischen Wartungsupdate vergleichbar. Wer das ignoriert und direkt auf dem Livesystem testet, handelt aus unserer Sicht nicht nach Best Practice.
„Ein Klick” laut Hersteller – ein Projekt in der Praxis
Elegant Themes bewirbt den Umstieg als kostenloses Upgrade „mit einem Klick” und betont die Abwärtskompatibilität zu bestehenden Divi-4-Seiten samt Legacy-Modulen. Beides stimmt – und ist trotzdem nur die halbe Wahrheit. Der Migrator stellt das Theme um; er prüft aber nicht, ob eigene PHP-Snippets, Drittanbieter-Module, individuelles CSS oder dynamisch ausgegebene Inhalte unter der neuen, blockbasierten Architektur noch genauso funktionieren. Genau dort entscheidet sich, ob ein Umstieg reibungslos verläuft oder Nacharbeit braucht. Deshalb behandeln wir den Wechsel grundsätzlich als Migrationsprojekt mit Staging, Tests und Freigabe – nicht als Knopfdruck im Live-System.
Wann sich ein Umstieg auf Divi 5 lohnt
Ein Umstieg auf Divi 5 ist insbesondere dann sinnvoll, wenn die betreffende Website bereits weitgehend auf Standardmodule setzt, nur wenige externe Divi-Erweiterungen verwendet und kein schwer wartbares historisches Setup mit sich trägt. In solchen Fällen kann Divi 5 mittelfristig die bessere Basis für weitere Entwicklung und Wartung sein.
Ebenfalls sinnvoll ist der Wechsel, wenn ohnehin ein technischer Relaunch, eine strukturelle Überarbeitung oder eine Bereinigung des Frontends geplant ist. Dann lässt sich der Divi-Wechsel mit einer Qualitäts- und Technikoffensive verbinden, statt ihn isoliert als Risiko zu behandeln.
Zurückhaltender sollte man sein, wenn zentrale Seitenelemente auf Drittanbieter-Modulen beruhen, wenn ein stark angepasstes Child Theme verwendet wird oder wenn die Website für ein geschäftskritisches Tagesgeschäft unverändert stabil laufen muss. Elegant Themes weist selbst darauf hin, dass insbesondere Third-Party-Module Einschränkungen haben können und inkompatible Elemente zunächst nur im Backward-Compatibility-Modus weiterlaufen.
Quelle: https://help.elegantthemes.com/en/articles/9824521-backward-compatibility-and-third-party-divi-module-support?
Best Practice: Der Umstieg sollte als Migrationsprojekt geplant werden
Die aus unserer Sicht saubere Vorgehensweise besteht darin, den Wechsel von Divi 4 auf Divi 5 in klar definierte Phasen zu unterteilen. Damit reduziert man Risiken, schafft nachvollziehbare Freigabepunkte und kann Probleme gezielt eingrenzen.
1. Technische Bestandsaufnahme vor dem Update
Vor dem eigentlichen Update sollte zunächst erhoben werden, wie die Website technisch aufgebaut ist. Dazu gehören insbesondere:
- Welche Divi-Module werden verwendet?
- Gibt es Drittanbieter-Module oder Marketplace-Erweiterungen?
- Welche Templates liegen im Theme Builder?
- Gibt es globale Presets, Divi-Library-Layouts oder Widgets mit Divi-Inhalten?
- Welche Child-Theme-Anpassungen sind vorhanden?
- Wo greift individuelles CSS oder JavaScript in Divi-Strukturen ein?
- Welche geschäftskritischen Seitentypen müssen nach der Migration zwingend funktionieren?
Dieser Schritt ist wichtig, weil der Divi-5-Migrator zwar viele Bereiche scannt, aber die technische Bewertung der Relevanz und des Risikos weiterhin vom Betreiber oder der Agentur geleistet werden muss. Laut Elegant Themes umfasst der Scan unter anderem Seiten, Beiträge, Custom Post Types, Theme Builder Templates, WooCommerce Products, Divi Library Items, Widgets und Presets.
Wir beraten Sie gern bei der Bewertung Ihres Systems. Sprechen Sie uns einfach an!
2. Vollständiges Backup und Staging-Umgebung
Ein produktiver Umstieg ohne vollständiges Backup und ohne Staging ist nicht empfehlenswert. Elegant Themes nennt Backup und Testumgebung explizit als sicheren Weg für die Migration. Im Fehlerfall soll die Website aus Backup oder über das Staging wiederhergestellt werden können.
Quelle: https://www.elegantthemes.com/blog/theme-releases/divi-5-official
Für professionelle Projekte bedeutet das in der Praxis:
- Dateibackup und Datenbankbackup erstellen
- Staging-Kopie mit identischer PHP-/Plugin-/Theme-Basis aufsetzen
- Cache, CDN und Optimierungsplugins im Test gezielt kontrollieren
- Freigabeprozess definieren, bevor Änderungen live geschaltet werden
Gerade bei WooCommerce-, Lead- oder Portalprojekten sollte das Staging möglichst nah an der Produktivumgebung liegen, damit Layout- und Funktionsabweichungen realistisch bewertet werden können.
Wir bieten die Einrichtung eines Stagings-Systems auf unseren Servern zum Festpreis an, oder in Ihrem Hosting nach Aufwand.
3. WordPress, Divi 4 und PlugIns zunächst sauber aktualisieren
Bevor Divi 5 aktiviert wird, sollten WordPress-Core, Divi 4 und alle relevanten PlugIns auf einen aktuellen, stabilen Stand gebracht werden. Elegant Themes empfiehlt diesen Schritt ausdrücklich, um Konflikte während der Migration zu vermeiden.
Das klingt banal, ist in der Praxis aber oft entscheidend. Viele Layoutprobleme, JavaScript-Konflikte oder Backend-Auffälligkeiten werden fälschlich Divi 5 zugeschrieben, obwohl sie aus veralteten Zusatzkomponenten resultieren. Deshalb ist es sinnvoll, die technische Ausgangslage zuerst zu bereinigen und erst dann die eigentliche Migration zu starten.
Gern unterstützen wir Sie dabei, einzelne PlugIns zu aktualisieren oder kompatible Lösungen zur ersetzen.
4. Drittmodule und Erweiterungen gesondert prüfen
Der kritischste Punkt bei vielen Bestandsprojekten sind nicht die Standardmodule von Divi selbst, sondern externe Divi-Erweiterungen. Elegant Themes weist darauf hin, dass Third-Party-Produkte zwar teilweise unterstützt werden, aber nicht automatisch vollständig kompatibel sein müssen. Kompatibilität kann ggf. vorab über Marketplace-Hinweise oder direkt beim jeweiligen Hersteller geprüft werden.
Für die Projektpraxis heißt das:
- Alle eingesetzten Divi-Add-ons inventarisieren
- Prüfen, ob der Hersteller Divi-5-Kompatibilität offiziell nennt
- Kritische Module priorisieren, etwa Header, Menüs, Filter, Formulare, Slider oder Produktdarstellungen
- Alternativlösungen vorbereiten, falls ein Add-on nicht migrierbar ist
Wenn ein Projekt stark auf nicht kompatiblen Drittmodulen basiert, ist ein sofortiger Umstieg oft nicht die beste Lösung. Dann ist Warten unter Umständen der günstigere Weg (in der Hoffnung, dass der Hersteller ein Update liefert).
Auf Wunsch binden wir kompatible Alternativen ein oder entwickeln individuelle Lösungen.
Der empfohlene Migrationsablauf mit Divi 5
Schritt 1: Divi 5 aktivieren
Elegant Themes beschreibt den offiziellen Updatepfad über das WordPress-Dashboard und die Divi-Oberfläche. Nach dem eigentlichen Update läuft die Website bereits mit Divi 5, jedoch noch nicht automatisch mit vollständig migrierten Inhalten. Stattdessen startet die Seite zunächst in einem Zustand, in dem ältere Divi-4-Inhalte weiter unterstützt werden.
Quelle: https://help.elegantthemes.com/en/articles/12767407-how-to-safely-migrate-from-divi-4-to-divi-5
Das ist ein wichtiger Punkt: Das Theme-Update allein ist noch nicht die eigentliche Migration.
Schritt 2: Divi-5-Migrator öffnen und Kompatibilitäts-Scan auswerten
Sobald der Migrator geöffnet wird, startet Elegant Themes automatisch ein Compatibility Check. Dieser Scan prüft die Website systematisch und zeigt, welche Inhalte problemlos migriert werden können und wo Warnungen bestehen. Orange Hinweise markieren Elemente, die nach der Migration im Backward-Compatibility-Modus verbleiben würden.
Der Scan ist damit nicht nur ein technisches Tool, sondern vor allem eine Entscheidungsgrundlage. Er zeigt, welche Seitentypen, Module oder Templates nach dem Wechsel besondere Aufmerksamkeit benötigen.
Schritt 3: Alte Inhalte nicht vorher im Divi-5-Builder öffnen
Elegant Themes formuliert hierzu eine besonders wichtige Best Practice: Bestehende Divi-4-Inhalte sollten nicht zuerst manuell im Divi-5-Builder geöffnet werden. Stattdessen soll zuerst der Migrator verwendet werden. So bleibt der sicherste Migrationspfad erhalten, und die eingebaute Restore-Option bleibt verfügbar.
Quelle: https://www.elegantthemes.com/blog/divi-resources/divi-5-compatibility-check
Dieser Punkt ist aus unserer Sicht zentral. Wer in einem Testsystem sofort beginnt, einzelne Seiten manuell anzufassen, verliert unter Umständen einen Teil der kontrollierten Migration und erschwert die spätere Fehleranalyse.
Schritt 4: Website vollständig migrieren
Wenn der Compatibility Report plausibel aussieht, kann die Migration site-weit angestoßen werden. Elegant Themes empfiehlt, dass kompatible Divi-4-Module dabei in das neue Divi-5-Speicherformat konvertiert werden, so dass Design-, Inhalts- und Konfigurationseinstellungen erhalten bleiben.
Bei größeren Websites sollte dieser Schritt dokumentiert werden. Empfehlenswert ist eine kurze Migrationsdokumentation mit:
- Datum und Uhrzeit
- eingesetzter Divi-Version
- Liste auffälliger Warnungen
- Screenshot oder Export des Reports
- Notiz zu bekannten Risiken und offenen Prüfungen
So lässt sich später sauber nachvollziehen, warum bestimmte Layouts eventuell noch im Kompatibilitätsmodus laufen.
Was nach der Migration unbedingt getestet werden sollte
Nach erfolgreicher Migration ist das Projekt nicht abgeschlossen. Spätestens hier trennt sich ein schneller Testlauf von einer professionellen Qualitätssicherung.
Zentrale Seitentypen
Folgende Bereiche sollten systematisch geprüft werden:
- Startseite
- wichtige Landingpages
- Standardseiten
- Blogbeiträge
- Archivseiten
- Suchergebnisse
- Error-Seiten
- rechtliche Seiten
Theme Builder
Besonderes Augenmerk sollte auf Header, Footer, globale Templates, Kategorie- oder Beitrags-Templates sowie Sondertemplates für Custom Post Types gelegt werden. Der Theme Builder gehört explizit zu den vom Migrator gescannten Bereichen und sollte deshalb in der Abnahme nicht fehlen.
Quelle: https://help.elegantthemes.com/en/articles/12767407-how-to-safely-migrate-from-divi-4-to-divi-5
WooCommerce
Wenn WooCommerce im Einsatz ist, sollten mindestens diese Bereiche geprüft werden:
- Produktdetailseiten
- Produktarchive
- Warenkorb
- Checkout
- Kundenkonto
- E-Mail-nahe Prozesse wie Bestellbestätigungen oder Formularinteraktionen
Die Update-Hinweise von Elegant Themes zeigen, dass im Divi-5-Umfeld wiederholt auch WooCommerce-bezogene Darstellungs- und Builder-Themen nachgebessert wurden. Das ist kein Alarmzeichen, aber ein deutlicher Hinweis darauf, dass produktive Shop-Setups besonders sorgfältig getestet werden sollten.
Mobile und Responsive Darstellung
Erfahrungsgemäß treten nach Migrationen weniger gravierende Totalausfälle auf, dafür aber subtile Layoutverschiebungen. Typische Beispiele sind:
- Abstände und Margins
- Schriftgrößen
- Button-Ausrichtungen
- Modulhöhen
- Spaltenumbrüche
- verändertes Verhalten benutzerdefinierter CSS-Selektoren
Elegant Themes weist selbst darauf hin, dass individuelles CSS aus Divi 4 in Divi 5 teilweise leicht angepasst werden muss.
Formulare, Interaktionen und JavaScript
Alle Elemente mit Nutzerinteraktion sollten separat getestet werden, also etwa:
- Kontaktformulare
- Newsletter-Anmeldungen
- Akkordeons, Tabs und Toggles
- Popups und Overlays
- Menü-Interaktionen
- Filter- und Suchfunktionen
- Tracking, Consent und Conversion-Skripte
Gerade in Kombination mit Cache-, Minify- oder Performance-PlugIns können hier Fehler auftreten, die nicht unmittelbar wie Divi-Probleme aussehen.
Wir unterstützen Sie gern bei den Checks, Anpassungen und individuellen Optimierungen.
Typische Risiken beim Umstieg
Third-Party-Module bleiben im Kompatibilitätsmodus
Wenn ein verwendetes Modul noch keinen Divi-5-konformen Migrationspfad hat, kann es laut Elegant Themes weiterhin im Backward-Compatibility-Modus laufen. Das sichert zunächst die Funktion, ist aber nicht gleichbedeutend mit vollständiger Zukunftssicherheit oder optimaler Performance.
Quelle: https://www.elegantthemes.com/blog/theme-releases/divi-5-official
Individuelles CSS muss angepasst werden
Viele gewachsene Divi-Projekte enthalten gezielte CSS-Eingriffe auf Module, Wrapper, interne Klassen oder DOM-Strukturen. Weil Divi 5 intern anders arbeitet, können solche Eingriffe teilweise brechen oder optisch anders wirken. Elegant Themes nennt dies ausdrücklich als möglichen Nacharbeitsbereich.
Einzelne Migrationsfehler sind weiterhin möglich
Die laufenden Update- und Fix-Listen im Help Center zeigen, dass Elegant Themes fortlaufend Migrations- und Rendering-Probleme behebt, unter anderem bei Presets, Textdarstellung, Specialty Sections, Toggle-Modulen oder WooCommerce-bezogenen Bereichen. Das spricht nicht gegen Divi 5, zeigt aber klar, dass ein Livegang ohne Testprozess nicht dem Stand der Technik entspricht.
Quelle: https://help.elegantthemes.com/en/articles/9973580-divi-5-update-status
Wo es in der Praxis konkret hakt
Aus realen Divi-5-Projekten kennen wir die typischen Reibungspunkte:
- Eigene PHP-Snippets: Funktionssnippets, die in Divi 4 Inhalte oder Verhalten steuern, greifen unter Divi 5 nicht immer unverändert. Sie müssen geprüft und an die neue Architektur angepasst werden.
- Drittanbieter-Module und Plugins: Nicht jedes Zusatzpaket ist sofort Divi-5-kompatibel. Module, die Inhalte dynamisch ausgeben, brauchen besondere Aufmerksamkeit – teils lässt sich die Ausgabe mit Divi-Bordmitteln (etwa dem neuen Loop/Query Builder) abbilden, teils braucht es eine Übergangslösung.
- Individuelles CSS: Eigene Stylings, die auf die alte DOM-Struktur zielen, können nach der Umstellung ins Leere greifen und müssen nachgezogen werden.
- Theme-Builder-Templates und globale Elemente: Header, Footer und Layout-Vorlagen sollten nach der Migration gezielt gegengeprüft werden.
Keiner dieser Punkte ist ein Hindernis – aber jeder ist ein Grund, vorher zu testen statt hinterher zu reparieren.
Wann man mit dem Umstieg auf Divi 5 besser noch wartet
Nicht jede Website muss sofort auf Divi 5 umgestellt werden. Ein Aufschub kann sinnvoll sein, wenn:
- geschäftskritische Funktionen auf nicht bestätigten Drittmodulen basieren
- ein komplexes Child Theme im Einsatz ist
- viele Altlasten bekannt sind, aber keine Zeit für QA eingeplant wurde
- ein laufender Marketing- oder Shopbetrieb keine Instabilität toleriert
- der Compatibility Check mehrere zentrale Warnungen ausgibt
In solchen Fällen ist es oft besser, zunächst die technische Grundlage zu bereinigen oder den Umstieg mit einem Relaunch, einem Redesign oder einer strukturierten Weiterentwicklung zu kombinieren.
Unsere empfohlene Agentur-Strategie für Kundenprojekte
Für professionelle Websites empfehlen wir, Divi-4-zu-Divi-5-Projekte in drei Gruppen zu unterteilen:
1. Sofort migrierbar
Geeignet für Websites mit klarer Standardstruktur, wenigen PlugIns, geringem Custom-Code-Anteil und ohne kritische Divi-Drittmodule.
2. Kontrolliert migrierbar
Geeignet für typische Unternehmenswebsites mit Theme Builder, etwas Custom CSS, Formularen, WooCommerce oder einzelnen Speziallösungen. Hier sollte die Migration mit Testplan, Abnahme und klarer Rollback-Option erfolgen.
3. Vorläufig zurückstellen
Sinnvoll bei technisch gewachsenen Installationen mit hoher Geschäftsrelevanz, unklarer Modulkompatibilität oder unzureichender Testkapazität.
»» Diese Einteilung sollte helfen, Entscheidungen nicht emotional, sondern risikobasiert zu treffen.
Wie wir Divi-5-Projekte angehen
Unsere Strategie ist bewusst pragmatisch: Wir entscheiden pro Projekt, ob ein technischer Umstieg oder ein Neuaufbau der bessere Weg ist. Gewachsene, in die Jahre gekommene Seiten profitieren oft mehr von einem Neuaufbau auf Divi 5, der Altlasten ablegt, als von einer 1:1-Migration. Wo migriert wird, arbeiten wir auf einer Staging-Kopie, passen eigene Snippets an, prüfen Drittmodule und bilden dynamische Ausgaben so weit wie möglich mit Divi-Bordmitteln ab. Für anspruchsvollen Related Content entwickeln wir derzeit den Nachfolger unseres PCM Dynamic Content, der die neue Divi-5-Architektur voll nutzt.
Praxisbeispiel
Verlagswebsite auf Divi 5 – Umschau Zeitschriften Verlag
Für den Umschau Zeitschriften Verlag (UZV) in Wiesbaden haben wir nach der Fusion mit dem Chmielorz Verlag eine vollständig neue Verlagswebsite auf Basis von Divi 5 aufgebaut. Sie löst die beiden bisherigen Auftritte uzv.de und chmielorz.de ab und führt sie in einem neuen Corporate Design zusammen.
Neuaufbau statt Migration – eine bewusste Entscheidung
Statt die gewachsenen Systeme technisch zu migrieren, haben wir neu aufgebaut. Eine Migration hätte die alten Einschränkungen übernommen; der Neuaufbau schafft eine einheitliche Informationsarchitektur, ein neues Corporate Design mit Dunkelblau als Leitfarbe und eine wartbare technische Basis. Divi 5 setzen wir dabei nicht als Baukasten ein, sondern als Entwicklungsplattform für die individuelle Umsetzung des Corporate Designs.
Was wir mit Divi 5 umgesetzt haben
- Globale Header- und Footer-Elemente für zentrale Pflege und einheitliche Ausgabe auf allen Seiten
- Fachzeitschriften in einem rahmenlosen Kachel-Layout auf Basis eines Divi-5-Moduls, Fachbücher in einem per Tastatur bedienbaren Slider
- Barrierefreiheit nach WCAG von Beginn an – semantisches HTML, geprüfte Kontraste, Tastaturbedienung und ARIA-Rollen, im Sinne des BFSG
- Individuelle Landing Pages für ausgewählte Fachzeitschriften und Abo-Formulare für den direkten Abschluss ohne Medienbruch
Unsere Stolperfallen – ehrlich benannt
Auch hier zeigte sich, worauf es beim Divi-5-Einsatz ankommt: Einzelne PHP-Snippets mussten wir an die neue Architektur anpassen. Unser PCM Dynamic Content ist noch nicht vollständig Divi-5-kompatibel – die dynamische Ausgabe von Inhalten lösen wir daher teils mit Divi-Bordmitteln, und für Related Content entwickeln wir aktuell den Nachfolger. Genau diese Erfahrungen fließen in jedes weitere Divi-5-Projekt ein.
Zum Projekt: Neue Verlagswebsite mit Divi 5 für den Umschau Zeitschriften Verlag →
Praktische Checkliste für den sicheren Umstieg
Vor der Migration
- Backup von Dateien und Datenbank erstellen
- Staging-System anlegen
- WordPress, Divi 4 und PlugIns aktualisieren
- Divi-Add-ons und Drittmodule inventarisieren
- Child Theme, CSS, JavaScript und Snippets dokumentieren
- geschäftskritische Seiten und Funktionen definieren
Während der Migration
- Divi 5 auf Staging aktivieren
- Divi-5-Migrator öffnen
- Compatibility Check auswerten
- alte Inhalte nicht vorab manuell im Builder öffnen
- Site-weite Migration durchführen
- Warnungen und Auffälligkeiten dokumentieren
Nach der Migration
- Theme Builder prüfen
- wichtige Seitentypen prüfen
- WooCommerce-Funktionen prüfen
- Formulare und Interaktionen prüfen
- Responsive Darstellung prüfen
- Performance, Caching und Tracking prüfen
- Freigabe erst nach Regressionstest erteilen
Häufige Fragen zum Umstieg auf Divi 5
Ist der Umstieg auf Divi 5 kostenlos?
Kann ich einfach „auf einen Klick
Was ist der größte Unterschied zwischen Divi 4 und Divi 5?
Sollte ich migrieren oder neu aufbauen?
Wie lange dauert eine Divi-5-Migration?
Fazit – unsere Empfehlung
Der Umstieg von Divi 4 auf Divi 5 ist grundsätzlich gut vorbereitet, weil Elegant Themes einen klaren Updatepfad, einen Kompatibilitäts-Scan, einen site-weiten Migrator und einen Backward-Compatibility-Modus bereitstellt. Gleichzeitig zeigt genau diese Struktur, dass der Wechsel mehr ist als ein simples Update.
Für kleine, übersichtliche Websites kann die Migration schnell und sauber gelingen. Bei professionellen Bestandsprojekten sollte der Wechsel jedoch immer über Staging, technische Vorprüfung, Kompatibilitätsbewertung und strukturierten Regressionstest erfolgen. Aus unserer Sicht ist das heute die Best Practice.
Wir besitzen eine langjährige Erfahrung mit WordPress und gewachsenen Website-Strukturen. Daher können wir viele bewährte Best-Practice-Lösungen anbieten, die wir individuell auf die technische Realität eines Projekts abstimmen und im Dialog mit unseren Kunden und Kundinnen umsetzen. PERIMETRIK® bietet an, Divi-Migrationen nicht nur als Update, sondern als kontrollierten Qualitätsschritt zu begleiten – inklusive Bestandsaufnahme, Staging, Migrationsprüfung, Fehleranalyse, QA und Go-Live-Begleitung.






























